König wider Willen

 

Wie enttäuscht muß doch mancher Fan des “King of Rock and Roll“ sein, wenn er erfährt, daß sein Idol Elvis Presley, diese Art von  Musik gar nicht mochte. Viele haben das bis heute noch nicht zur Kenntnis genommen und finden einen Gospel singenden Elvis langweilig, schnulzig usw. Wenn es aber nach Elvis selbst gegangen wäre, hätte er ausschließlich diese Musik gemacht. Nicht nur weil sie ihm schon seit seiner Kindheit vertraut war, sondern, weil die Suche nach Gott ein wesentlicher Bestandteil seinen Lebens war. In einem Interview meinte er einmal treffend: “ Das Image einer Person und die Person selbst sind zweierlei und es ist sehr schwierig immer seinem Image zu entsprechen“.

        Für Elvis Presley war das Hüftenwackeln nur PR-Arbeit. Ohne dieser Werbetätigkeit wäre er ein Lastwagenfahrer geblieben, der am Sonntag im Kirchenchor mitsingen darf. So aber war er für eine ganze Generation Leitfigur und konnte es sich leisten am Höhepunkt seiner Karriere ein Gospelalbum zu produzieren. Für seinen zwielichtigen Manager, dem sogenannten Colonel Tom Parker, war dies ein Spleen, dem er seinen Schützling ausnahmsweise einmal durchgehen ließ, in dem vermeintlichen Wissen, daß dieser Tonträger sicher floppen wird und Elvis reumütig seine “normale“ eher anspruchslose Musik weitermachen würde. Ansonsten regierte Parker ja mit eiserner Faust und Elvis hatte kaum Chancen eigene Ideen einzubringen. Wieso das so war, ist ein separates Thema, das kaum in ein paar Zeilen abgehandelt werden kann.

         Aber es kam alles anders. Das Album mit dem Titel „His Hand In Mine“ wurde ein Hit als es 1960 erschien. Für Presleys Umfeld war es ein Betriebsunfall, der sein Publikum nur verwirren würde. Also wurden gleich wieder Filme der dümmlichen Art produziert, die Elvis haßte, die ihm aber unglaublich viel Geld brachten und ihm seinen aufwendigen Lebensstil gestatteten, den er mit so vielen anderen Menschen teilte. Elvis Großzügigkeit im Beschenken von Mitmenschen war bekanntlich nicht nur auf seinen engsten Personenkreis beschränkt, sondern konnte spontan Leute betreffen, welchen er zufällig begegnete. Bis 1967 sollte es dauern bis Elvis sich wieder durchsetzen konnte und sein nächstes Gospel-Album im März herausbrachte. Dieses trug den Titel „How Great Thou Art“ und sollte ihm

einen Grammy Award in der Kategorie >Geistliche Musik< bringen. Später kamen  solche Auszeichnungen noch für seine LP „He Touched Me“ 1972 und 1974 für den Song „How Great Thou Art“ in der Kategorie >Best Inspirational Performance<. Keine seiner Rock and Roll Platten war den Juroren jemals einen Grammy wert. Im Jahr 1968,  das ja viele Neuerungen weltweit brachte, kam Elvis mit einem inzwischen legendären Comeback – Concert zurück auf die Bühne. Auch bei diesem vielbejubelten Auftritt bestand er auf einen großen Block mit div. Gospelsongs und beendete das Konzert mit dem Song „If I Can Dream“. Bei der Interpretation merkte man deutlich, daß hier der Elvis sang der er eigentlich sein wollte und der eine Botschaft zu überbringen hatte. Ein Botschaft die nur er bringen konnte, da er die Menschen erreichte, die alle anderen Musikarten ablehnten, welche  ähnliche  Aussagen  machten. So  hörte plötzlich Lilly Tanzgern und Otto Normalverbraucher, daß ihr Idol ihnen etwas über Gott erzählt. Diesen Versuch hatten schon andere Musiker wie Bach oder Händel unternommen, aber man war regelmäßig bei diesen Klängen eingeschlafen und hielten Gott weiterhin für einen langweiligen alten Mann, der ihnen die Freude am Leben nehmen wollte. Nun hörten sie erstmals zu. Die Musik klang vertraut, den Sänger liebten sie sowieso, aber die Texte waren neu. Gott war also gar nicht so wie man ihn immer schilderte. Und jetzt interessierten sie sich erstmals für diesen und merkten welches wunderschönes Leben Gott ihnen anzubieten hatte.

            Elvis selbst hatte mittlerweile unzählige Literatur spiritueller Art konsumiert, die ihm sein persönlicher Friseur Larry Geller von Zeit zu Zeit übergab. Als dieser einmal ein Buch sah, daß schon vollkommen zerfledert war, bot er Elvis an ihm ein neues Exemplar zu bringen, was Elvis aber ablehnte, da er sich vieles darin angezeichnet und kommentiert hatte. So war dieser von vielen als Tölpel angesehene Entertainer, eigentlich ein Arbeiter im Namen Gottes, auch wenn so mancher spätestens jetzt aufschreit und meint, dieser sich tot fressende, medikamentensüchtige, mit seiner zwei glatt, zwei verkehrt Musik, war für Gott tätig ? Und ich sage genau so ist es. Natürlich sind viele Auswüchse dabei entstanden. Eine Elvis – Church entstand und man betrachtete Elvis als Messias, was natürlich quatsch und eine der typischen amerikanischen Verrücktheiten ist. Die Wahrheit ist allerdings, daß Elvis Presley von der Amtskirche und von den vielen amerikanischen Angstpredigern nicht viel gehalten hat. Jesus Christus und seine Lehre war für ihm aber doch richtungsweisend und so kann es einem nicht verwundern, daß man nach seinen Tod in seinem Schlafzimmer über dem Bett nur zwei große Bilder an der Wand vorgefunden hat. Eines von seiner Mutter Gladys, die er abgöttisch geliebt hat und eines von Jesus Christus. Als er tot aufgefunden wurde hielt er ein Buch in seiner Hand mit dem Titel „ The Scientfic Search for the Face of Jesus“ Sein Lieblingsbuch über all die Jahre war übrigens eines mit dem Titel „The impersonal Life“ , welches es auch als deutschsprachige Ausgabe gibt. Dort heißt es „Das unpersönliche Leben“. Ein kleines Büchlein, welches allerdings mehr Aussage hat, als so mancher siebenhundertseitige Wälzer.

Nun liebe Leser habe ich sie vielleicht angeregt ihr Jugendidol mit anderen Augen zu sehen oder vielleicht sogar den einen oder anderen falsch unterrichteten Gegner dazu gebracht sich mit dieser Ausnahmepersönlichkeit und seiner Musik näher zu befassen, dann ist mir viel gelungen. Ich, der ein Anzahl von CD`s über spirituelle Themen, aber auch über Elvis gemacht habe, habe nun eine neue CD produziert auf der ich eine Anzahl von religiösen Elvis – Titeln neu aufgenommen habe. Zusätzlich kann man dort auch neue deutschsprachige dazu passende Lieder hören, die im gleichen Stil gestaltet sind, aber eben auch von Leuten verstanden werden, deren Englisch nicht so besonders gut ist.  Damit habe ich einen Weg eingeschlagen, den die Musikindustrie als nicht gangbar einschätzt. Mehrere Sprachen auf einem Tonträger. Sie liebe Musikfreunde könnten mir helfen das Gegenteil zu beweisen, indem Sie ein Exemplar erwerben und ein wenig Werbung dafür machen. Sollten Sie dabei zu Elvis, aber noch viel wichtiger zu Gott finden, dann bin ich überglücklich, daß mein Projekt den gewünschten Erfolg brachte.

 

 Herzlichst Ihr

 

 

Fred Weston

 

 

Die Geschichte von einem Jungen, der Gott treffen wollte

Es war einmal ein kleiner Junge, der unbedingt Gott treffen wollte. Er war sich darüber bewusst, dass der Weg zu dem Ort an dem Gott lebte, ein sehr langer war. Also packte er sich Coladosen und Schokoriegeln in den Rucksack und machte sich auf die Reise. Er lief eine ganze Weile und kam in einen kleinen Park. Dort sah er eine alte Frau. Sie saß auf einer Bank und schaute den Tauben zu, die vor ihr nach Futter auf dem Boden suchten. Der kleine Junge setzte sich neben die Frau auf die Bank. Er öffnete seinen Rucksack und wollte sich gerade eine Coladose herausholen, als er den hungrigen Blick der alten Frau sah. Also griff er zu einem Schokoriegel und reichte ihm der Frau. Dankbar nahm sie die Süßigkeit und lächelte ihn an. Und es war ein wundervolles Lächeln.

   Der Junge wollte dieses Lächeln noch einmal sehen und bot ihr auch eine Cola an. Sie nahm die Cola und lächelte wieder, noch strahlender als zuvor. Der kleine Junge war selig. Die beiden saßen den ganzen Nachmittag im Park auf der Bank, aßen Schokoriegel und tranken Cola, sprachen aber kein Wort. Als es dunkel wurde, merkte der Junge wie müde er war und er beschloss, nach Hause zurückzukehren. Nach einigen Schritten hielt er inne und drehte sich um. Er ging zurück zu der Frau und umarmte sie. Und die Frau schenkte ihm dafür ihr allerschönstes Lächeln. Zu Hause sah seine Mutter das Lächeln auf seinem Gesicht und fragte:“ Was hast du denn heute Schönes gemacht, dass du so glücklich aussiehst ?“ Der kleine Junge antwortete:“ Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen und sie hat ein wundervolles Lächeln.“. Auch die alte Frau war nach Hause gegangen, wo ihr Sohn schon auf sie wartete. Auch er fragte sie, warum sie so fröhlich aussah und sie antwortete:“ Ich habe heute mit Gott zu Mittag gegessen . . . .und er ist viel jünger als ich dachte.

 

Die 17 Pferde

Es war einmal ein Mann, der hatte drei Söhne, die er über alles liebte. Er besaß 17 Pferde. Als er spürte, dass seine Zeit gekommen war, versuchte er die 17 Pferde unter seinen Söhnen aufzuteilen. Da er sie alle gleich liebte, hätte er am liebsten jedem alles gegeben. So vermachte er dem Ältesten die Hälfte, den mittleren Sohn ein Drittel und seinem jüngsten Sohn ein Neuntel seines Besitzes

Als der Vater gestorben war, versuchten sie das Erbe aufzuteilen. Dem Ältesten hätten 8 ½ Pferde zugestanden, dem Mittleren 5 2/3 und dem Jüngsten ein Pferd und ein Teil von einem anderen. So saßen sie ratlos beieinander und sahen keinen Weg, den Willen des Vaters zu erfüllen. Da kam ein Weiser des Weges geritten und fragte sie nach dem Grund ihres Kummers und sie erzählten ihm von dem Vermächtnis ihres Vaters, das sie nicht erfüllen konnten. Der Weise sagte: “ Ich will euch helfen. Ich gebe euch mein Pferd dazu, dann ist es ganz einfach“ Sie bedankten sich und nun bekam der Älteste hoch erfreut 9 Pferde, der Mittlere 6 Pferde und der Jüngste 2 Pferde. Zusammen waren das 17 Pferde und so nahm der Weise sein Pferd und ritt seines Weges und alle waren zufrieden.

Liebe gibt`s die noch ?

 

Gott sei Dank kann man auf diese Frage noch mit Ja

antworten. Aber sie muss enorm robust sein, um den

verschiedenen Angriffen unserer Zeit standzuhalten.

Es fängt schon bei der Korrespondenz an. Wurde einem

früher eine  Person nur ein wenig vertrauter, wechselte man vom “Sehr geehrten“  zum freundlichen “Lieber Herr“. Heute wird dieser Übergang mit einem ehemals verpönten “Hallo“ vorgenommen. Genau der Hallo von dem man früher sagte, dass er schon gestorben sei, feiert Triumphe wie nie zuvor.

          Warum ist die Liebe, die ja bekanntlich eine Himmelsmacht sein soll, wie dies zumindest musikalisch schon öfter behauptet wurde, so in Verruf geraten ? Den meisten von uns ist es unangenehm von ihr zu sprechen, geschweige denn gar zu schreiben.  Irgendwie hat die Liebe mittlerweile einen kitschigen Beigeschmack  bekommen. Man fürchtet als altmodisch angesehen zu werden, wenn man das Wort nur erwähnt. Das ist aber nur eine der harmlosesten Erklärung für das Phänomen.

 

Das Wort Liebe ist Synonym für Dinge mit denen sie nichts zu tun hat.

Eine viel griffigere Argumentation ist, dass die Liebe für alle möglichen Arten der Geschlechterbegegnungen herhalten muss. Dies obwohl doch jedem von uns klar ist, dass man die Liebe im Freudenhaus vergeblich suchen wird. Dennoch wirbt man dort mit ihr. Man verziert die einschlägigen Inserate mit roten Herzen und nennt irgendwelche fragwürdigen Praktiken Liebe machen. Hätte die Liebe Personenstellung könnte sie mit großem Erfolg eine entsprechende Klage auf Unterlassung einbringen. Aber selbst wenn sie es könnte, sie würde es nicht tun. Sie ist eben die Liebe und die macht so etwas nicht.

 

Liebe als Etikettenschwindel

Die Liebe dient auch oftmals als Schuhlöffel, um schneller zum Ziel zu kommen. Eine Frage wie etwa, wollen wir miteinander schlafen, wird zumeist entrüstet abgelehnt, selbst wenn man schon sehr müde ist. Aber ein “Ich liebe dich“ wirkt geradezu Wunder, für genau den gleichen Wunsch.  Auch wenn die Dame nach flüchtigem Betrachten der dicken Brieftasche ihres neuen Partners plötzlich diesen Satz haucht, ist die Liebe komplett schuldlos.

       Wie viel Schindluder mit der  Liebe getrieben wird, kann man an den vielen Scheidungen ersehen, die schon nach kurzer Zeit dem Hass die Ehre geben und wo sich niemand der Betroffenen entsinnen kann, dass die Liebe hier einmal weilte.

 

Liebe gibt es die noch ?

Nach dieser Auflistung müsste man eigentlich um die Liebe fürchten. Doch es gibt sie noch. In vielen Partnerschaften, wo sich Krankheit, Falten und so mancher Schicksalsschlag vergeblich bemühen sie zu vertreiben. Bei mancher Spendenaktion, wo große Summen aufgebracht werden und wo auch so mancher zu den Gebern gehört, der schon einmal Schwindlern aufgesessen ist. Beim Stolpern auf dem Gehsteig, wo von allen Seiten Leute gelaufen kommen und einem beim Aufstehen behilflich sein wollen. Beim Feuerwehr einsatz, wo einer der Gerufenen unter Einsatz seines eigenen Lebens ein Kätzchen vom Baum holt. Bei der Frau, die beim Abwägen von ihrem Leben gegen das Leben ihres Kindes, diesem den Zuschlag erteilt.

        Ja es gibt sie die Liebe. Aber sie gehört zu den gefährdeten Existenzen und wir sollten sehr sorgsam mit ihr umgehen. Vielleicht sollte man damit beginnen, wieder “Lieber Mitmensch“ zu schreiben und dem Hallo wieder seine Ruhe gönnen. Er geistert ohnehin viel zu viel herum . . .


Bauerntruhe Christine Türnitz

Nichts ist so wie es scheint

Es gibt Behauptungen, dass unser Leben nur eine Illusion sei und eigentlich nichts so ist, wie es sich darstellt. Diese philosophische Sichtweise soll hier aber nicht abgehandelt werden. Erstens kann man dabei Kopfschmerzen bekommen und im Alltag ist diese Theorie ohnehin unbrauchbar. Ein Polizist zum Beispiel lässt sich von solchen Erkenntnissen keinesfalls beirren und stellt für das, laut Lenker eigentlich nur illusionär existierende Auto, dennoch ein Strafmandat aus. 

         Auch unsere Sprache ist oft schwammig und ungenau. Wenn ein Mann seine Flamme fragt:“ Mit wie vielen Männern hast du schon geschlafen?“ Und sie antwortet: “Also geschlafen habe ich nur mit dir“ Könnte das für ihm Anlass sein, keine weiteren Fragen mehr zu stellen. Oder bei der Aussage:“ Meine Frau geht mir über alles“ bringt erst ein Nachhaken Aufklärung, ob er sie so liebt, oder ihm ihre Neugierde nervt.

        Die folgenden drei kurzen Geschichten zeigen, wie sehr uns unsere Sinne oftmals täuschen und wir mit voreiligen Einschätzungen von Situationen daher äußerst vorsichtig umgehen sollten. Übrigens alle drei Stories haben sich tatsächlich so zugetragen.  

Der Mann im Wald 

Hubert F. pendelt mit seinem Auto von seinem kleinen Wohnort täglich in die nächstgrößere Stadt. Dabei fährt er ein längeres Stück durch einen Wald und sah eines Tages dabei am Waldrand einen roten VW-Golf stehen. “Da holt sich wohl wer frische Pilze“, war sein Gedanke, um im nächsten Augenblick wieder an seine Arbeit zu denken und wie er heute die auftretenden Probleme lösen würde. Als er abends heim fuhr stand das Auto immer noch da und er konnte sich nicht erklären, was die Leute wohl so lange im Forst machen. Damit war aber auch schon wieder alles aus dem Gehirn verbannt und dem Krimi im Fernsehen stand nichts im Wege.

       Als er am nächsten Tag wieder ins Büro fuhr, stand das Auto noch immer da und auch am Abend war dies der Fall. Zu Hause angekommen erzählte er seiner Frau von dem seltsamen Gefährt und seiner Standhaftigkeit und als er am dritten Tag das Auto sowohl morgens und auch abends wieder vorfand, ließ es ihm keine Ruhe. Er rief die Polizei an und diese versprach sich um die Sache zu kümmern.

       Zwei Beamte fuhren zu dem PKW, notierten das Kennzeichen, das auf eine weit entfernte Stadt verwies und fragten nun bei ihren dortigen Kollegen an. Diese recherchierten, dass der Besitzer tatsächlich seit über eine Woche nicht mehr gesehen wurde und niemand wusste wo er hingekommen war. Als diese Meldung bei der Polizeistation eintraf, in deren Bereich sich das Auto befand, löste die Besatzung Alarm aus.                              Mannschaftswagen um Mannschaftswagen trafen bei der Örtlichkeit ein. Schon waren auch Hundestaffeln vor Ort und ein Hubschrauber kreiste über der Gegend. Als die Polizisten eine Kette bildend in den Wald gehen wollten, kam aus diesem ein Mann mit einem Rucksack heraus und erkundigte sich, was denn los sei? „Wir suchen den Besitzer dieses Autos“ war die Antwort eines der beteiligten Beamten. “Weshalb?“: fragte der Mann, um gleich weiter zu erklären:“ Das ist mein Auto“ Nun wurde der leitende Offizier geholt und es stellte sich heraus, dass es sich bei dem Mann um einen äußerst peniblen, gesundlebenden Mitbürger handelte, der in der Nähe ein Privatquartier gemietet hatte und Tag für Tag schon extrem früh im Wald war und von dort aus lange Wanderungen unternahm, die ihm immer spät abends erst zum Auto zurückführten., mit dem er dann in sein Quartier fuhr. Als extrem Ordnungsliebender stellte er das Auto stets haargenau auf die gleiche Lichtung und auch so exakt ausgerichtet, dass man meinen konnte, das Auto hätte sich in der Zwischenzeit nicht fort  bewegt . . .

Die wertvolle Bauerntruhe

 Jürgen B. ist ein Antiquitätenhändler, der sich auf alte Bauernmöbeln spezialisiert hat und dafür immer wieder über das Land fährt und bei Bauern nachfragt, ob sie nicht solche alten bemalten Kästen, Truhen usw. irgendwo herumstehen haben.. Wenn er dann fündig wird, versucht er diese kostenlos zu ergattern. Die Bauern, die andere Sorgen haben, als sich um Wert oder Unwert solcher Möbeln zu kümmern sind großteils froh, wenn er dieses, in ihren Augen nutzlose Graffelzeug mitnimmt und trennen sich leichten Herzens davon. Jürgen holt das Mobiliar dann ab, lässt es etwas restaurieren und verkauft dieses dann um sehr gutes Geld an verschiedene Liebhaber dieser Kunstrichtung. 

        Eines Tages, als er wieder seine Tour machte, kam er an einen Bauernhof vorbei, wo er bisher immer wieder abgewimmelt wurde. „Keine Zeit“ lautete meist die kurze Antwort des Bauern auf seine Anfrage. An diesem Tag  war aber alles anders. Der Bauer ließ ihm zur Tür herein, plauderte erstmals ausführlich mit ihm und dann ging er mit Jürgen in einen Schuppen und zeigte ihm eine bemalte Bauerntruhe. Als Jürgen diese sah wurden ihm die Knie weich. "Die ist sicher aus dem 17.Jahrhundert" fuhr es ihm durch den Kopf. "Jetzt nur nicht zeigen, welchen großen Wert diese Truhe hat", war schon seine zweite Anweisung an sich selbst. Und so nahm er sich zusammen und sagt dem Bauern:     “ Na ja ich nehme sie ihnen ab, aber eigentlich ist sie nur noch als Brennholz zu verwenden. Sie brauchen für den Abtransport nichts zahlen, für mich ist das keine besondere Arbeit. Und vielleicht gibt es für sie eines Tages Gelegenheit, auch mir einen Gefallen zu machen“. Dankbar verabschiedet der Bauer den so “selbstlosen“ Händler und man vereinbarte, dass Jürgen am nächsten Tag gegen 15h mit seinem Lieferwagen vorbei kommt um die Truhe abzuholen. Beschwingt verließ  Jürgen das Anwesen und sang auf der Heimfahrt laut zu seiner Lieblings - CD. Er war im Taumel über seine geniale Vorgangsweise und freute sich schon auf die ungeheure Summe, die er für diese kostbare Truhe bekommen werde.

       Am nächsten Tag rollte er pünktlich mit seinem Lkw vor. Da kam ihm schon der Bauer freudig entgegen und dankte ihm nochmals für die großzügige Abwicklung. Und dann sagt er ihm, dass auch er zwischenzeitlich nicht untätig gewesen war und ihm einen Teil seiner Arbeit abgenommen habe. Stolz zeigte er mit der Hand auf  einen Holzhaufen, Der Bauer hatte Jürgen die schwere Tätigkeit für das Zersägen abgenommen und die Truhe auf ofengerechte Holzstücke zerteilt . . .

In der Grazer Oper

Das Publikum hatte schon Platz genommen und freute sich auf die beiden Kurzopern "Der Bajazzo", sowie "Cavalleria rusticana" die zumeist miteinander aufgeführt werden, als der Direktor vor den Vorhang trat und sich für den verzögerten Beginn entschuldigte. Aber der Tenor, der in beiden Opern die Hauptrolle hatte, sei in Wien aufgehalten worden, ist schon unterwegs und wird jeden Augenblick eintreffen. Bis dahin sollte man sich noch am Büffet laben, oder sich die Füße vertreten. Brav standen also alle wieder auf und machten von den Vorschlägen Gebrauch.

        Die zumeist notorisch Zuspätkommenden trudelten mittlerweie auch ein und freuten sich, dass man offenbar auf sie gewartet hatte. Die Brötchen am Büffet waren aufgefuttert, so mancher wusste nach einigen Gläsern Sekt nicht mehr genau, weshalb er eigentlich vor Ort ist, aber kein Läuten zeigte an, dass es endlich losgehen könne. Und dann hörten die Zuschauer plötzlich doch das ersehnte Klingeln. Alle saßen wieder. Das Licht ging langsam aus und die Aufführung begann. Wunderschöne Stimmen und Musik belegten, dass sich das Warten auf den Mann ausgezahlt hatte.

         Doch da war ein Zuschauer, der den Tenor von anderen Opernhäuser kannte und sich wunderte, wie sehr sich dieser verändert hatte. Bei ganz genauen Hinsehen bemerkte er auch, dass dieser ja gar nicht sang. Vielmehr kam die Stimme woanders her. Seine Augen tasteten den Raum ab und da entdeckte er im Orchestergraben, mitten unter den Musikern, einen Mann der mit Noten vor sich saß und dem oben pantomimisch agierenden Spieler seine Stimme lieh. Niemand bemerkte diese Arbeitsteilung und es war eine großartige Bajazzo-Aufführung. In der Pause war dann der Original-Tenor eingetroffen und nun konnten sich die Leute doch noch an seiner Stimme erfreuen.

         Am nächsten Tag berichteten dann die Kulturseite, dass ein zufällig als Zuschauer anwesender Opernsänger des Hauses vom Direktor für dieses Husarenstück überredet werden konnte und es war, als ob noch aus der Zeitung der Applaus für diese Leistung zu hören war.